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verfuchstundzugenäht

Donauweibchen-trifft-Poseidon-Tasche

Mein Onkel feiert einen runden Geburtstag. Er wünscht sich eine Flusskreuzfahrt, die ganze Donau entlang. Wenn ihr wüsstet wie er wohnt... sehr stimmig! Er wohnt direkt gegenüber von Stift Melk, nur durch die Donau getrennt - ein unglaublich schönes Platzerl!

Tasche mit aufgesticktem Donau-Verlauf; Donauweibchen trifft Poseidon

Ihm Geld zu schenken kommt mir irgendwie seltsam vor. War er es doch, der mir meine gesamte Jugend hindurch immer wieder etwas zugesteckt hat... obwohl er selbst noch in der Sturm und Drang Zeit war und nix hatte. Außerdem überlasse ich Geldgeschenke gerne der unkreativen Restgesellschaft ;-)

Tasche mit aufgesticktem Donau-Verlauf; Donauweibchen trifft Poseidon

Also habe ich eine Tasche kreiert, die ihm auf der Flusskreuzfahrt gute Dienste leisten wird. Groß genug um ein Buch, Taschentücher, Schlüssel und Souvenirs zu beherbergen. Genäht habe ich das Freebook Never Walk Alone, wie schon hier. Allerdings habe ich die Form total begradigt, den Träger wesentlich verlängert und komplett mit Volumenvlies gefüttert. Erstens soll sie ja bequem sein, andererseits macht sich das Volumen beim Steppen gut.

Tasche mit aufgesticktem Donau-Verlauf; Donauweibchen trifft Poseidon

Außen ist die Tasche so schlicht wie möglich. Die Donau beginnt auf der Vorderseite und fließt um die ganze Tasche herum. Die etwas hinkende Do-n-au Beschriftung ist der Mündungsoptik geschuldet. Verwunderlicherweise war es gar nicht schwer den Verlauf recht exakt auf die Tasche zu bringen, mit Rastern hat das sehr gut geklappt. Die echte Donau fließt nämlich netterweise recht markant durch Europa. Auch die Angststelle an der Seitennaht ist tipp topp geworden.

Tasche mit aufgesticktem Donau-Verlauf; Donauweibchen trifft Poseidon

So glücklich ich mit dem Außen bin - das Innen ist ja fast noch besser! Bei einer vergangenen Postaktion ist mir ein Ausschuss-Stück übrig geblieben. Und so treiben nun das Donauweibchen und Poseidon im Inneren der Tasche ihr Unwesen.

Das Feuer und ich

Pfadfinderkochstelle auf dem Sommerager

Astrid möchte gerne wissen wie es um uns und das Feuer bestellt ist.


Bau der Kochstelle, die ersten Steher werden zurechtgehakt.


Ich mag Feuer.
Schon immer.
Diese Liebe wurde bei mir betimmt in der Kindheit geschürt.


Mit Sisalschnur und Bünden wird das Grundgerüst gemacht.


Feuer hat  für mich etwas Verbindendes, Wärmendes, Nährendes. Der Verbindende Effekt ist immer da wenn jemand ein Feuer entfacht, alle stehen herum, starrren hinein, eine Gitarre kommt hinzu... ich glaube kaum jemand kann sich solch einer Szene entziehen. Viele Menschen werden das als behaglilch und verbindend empfinden.


Eine dicke Lehmschicht verhindert das Durchbrennen.


Dass ich Feuer auch als nährend und Gemeinschaft stiftend empfinde, das verdanke ich den Pfadfindern. So eine gebaute Kochstelle ist ein offensichtlicher Mittelpunkt der Gemeinschaft. 10 Tage lang über offenem Feuer, an einer selbst gebauten Kochstelle zu kochen- das geht nur gemeinsam. Das Feuer zu zähmen und es in die Mitte der Gesellschaft zu bringen war eine große Leistung der Menschheit.


Stauraum an allen Ecken und Enden, wie in einer richtigen Küche.


Unsere Feuer heute, sind einfach nicht mehr sichtbar, entkoppelt von uns. Das Gas in der Therme kommt aus Russland, es hat nichts mehr mit uns zu tun. Der Strom für den Herd wird in zig verschiedenen Kraftwerken produziert, in Ringleitungen durch halb Europa gejagt bis er unser Mittagessen wärmt. Was das mit mir zu tun hat? Gefühlt nichts. Das Benzin aus dem Nahen Osten, über tausende Kilometer in Pipelines unterwegs, bis es in meinem Benzintank landet hat es so einen Weg hinter sich, dass ich mich nicht sonderlich mit ihm identifiziere. Unsere "Feuer" unsere Energiequellen - wir haben sie einfach nicht mehr selbst in der Hand.


Essentielles Utensil: der Topdeckel! Ohne ihn bekommt jegliches Essen die Geschmacksnote "Waldkraft".


Ich möchte nicht zurück zu dem Leben am Herd, zu den "guten alten Zeiten". Eben weil ich über viele, viele Sommer hinweg erfahren habe, dass du alleine gar nichts ausrichtest, in einer einfacheren Zivilisation. Oft war ich als Leiterin die erste in der Früh die auf war, trockenes Unterzündholz zusammengesucht hat, gehofft dass genug gehacktes da ist, ein Feuer entzündet, geschürt, Milch und Tee-Kaffee-Wasser aufgesetzt, mit beißendem Rauch gekümpft, den Milchtopf permanent hin und hergerutscht, dass nichts anbrennt... und das alles noch lang vor dem ersten Kaffee. So ein Aufwand - nur fürs Frühstück!


Hacken, sammeln, trocken verstauen. Schon der Morgentau reicht um den Frühstückskaffee ins Unendliche zu verschieben.


Wie einfach ist ein Frühstück zu Hause. Kaffemaschine, Mirkowelle, in wenigen Minuten ist alles bereit. Den Arbeiter aus dem tschechischen Atomkraftwerk, den habe ich nicht im Kopf wenn ich die Mikrowelle einschalte. Ach, ihr bezieht wie ich Ökostrom? Ich bezweifle, dass ihr dann an den deutschen Arbeiter, der die Glasfasernmatten für die Windkraftanlage verarbeitet hat, denkt. Geschweige denn an den chinesischen Siliziumbergmann. Die ganze Welt hilft mir beim Wärmen der Milch und doch mach ich es ganz alleine.


Einfacher Kakao wird hier zum Gericht der hohen Schule!


Wie seltsam das ist, wird mir erst wieder beim Betrachten meiner Fotos hier klar. Ich zeige euch Fotos einer Lagerkochstelle. Etwa 20 Leute haben 10 Tage drauf ihr Essen gekocht - und ja auch das Frühstück, den Kaffee - das haben wir als "gekocht" ja gar nicht mehr am Plan. Die Fotos stammen aus dem Jahr 2003, da habe ich meine erste digitale Kamera bekommen. Wie viele unfotografierte Feuer ich davor schon entfacht habe? Viele!


Viele Hände, schnelles Ende!


Feuer ist in meiner Umgebung stets ein "Zuckerl", ein Zusatz der das Leben schöner macht. Als Adventkranz, als Schwedenofen auf dem die Bratäpfel zischen und die Orangenschalen trocknen, als Kerze in der Laterne vorm Haus. Notwenig sind all diese Feuerchen in meinem Leben nicht. Aber schön und beahglich sind sie immer. Die lebensnotwendigen "Feuer" brennen anderswo: Müllverbrennungsanlage, Funken im LKW der mein Essen bringt, Stahlerzeugung, Ölheizung in der Schule. All diese Feuer sind weit weg, abstrakt und alles andere als romantisch. Aber lebensnotwendig. 


Einige Tage später - Wiese. So wie vorher. Nachhaltig ist es, aber nur gemeinsam zu packen.

 weitere Licht-Feuer Gedanken:

Grau



Ich habe da eine neue Liebe in mir entdeckt: gelben Zierrat! So geschen bei diesem Kinderoutfit. Auch zur Farbe Grau, bei 12 colours of handmade fashion, passt Gelb hervorrgend!

Genäht habe ich einen neuen Schnitt. Endlich. Mit Walter Lunzers Hilfe (lest bei mamimade nach) habe ich einen Jeansschnitt für mich entworfen. Ziel: Einen ultimativ genialen Popschschmeichler zu kreierern.



Mit den Jahren habe ich mir einen ganz gut sitzenden Stoffhosenschnitt ernäht - aber so ein klassicher Jeansschnitt fehlt mir einfach! Gut Ding braucht Weile - und bei Hosen kommt gleich noch eine Prise Unendlichkeit dazu.

Der graue Schnürlsamt (Ja, so witzig heißt das in Österreich.) lagert seit vielen Jahren im Keller. Da ich meine Figur ja kennen, war klar dass der erste Wurf noch nicht so ganz sitzen wird. Da verzeiht Schnürlsamt wohl mehr Fehler als bockiger Jeansstoff. 


Trotz vieler Messerei, am Oberschenkel - auf Schritthöhe, ist zu viel und zu wenig Stoff. Dieses Paradoxon kennen nur Hosennäherinnen: Die Leibhöhe ist zu lang, der Reißverschluss gehört gekürzt. Um den Oberschenkel ist ein bisschen zu wenig Stoff und in der Schrittiefe, am Hinterblatt, ist viel zu wenig Stoff. Das macht zwar einen netten Popsch (wollt ich ja) zwackt aber dann doch ein wenig. Also nächstes Mal gibts: weniger - mehr - viel mehr.


Was richtig gut geworden ist: der Bund! Sitzt genau da wo er hin soll, und bleibt auch bei Bewegung da. Yes! Wo die Herausforderung meiner Figur liegt erkennt man im Liegen: Ich habe ein gekipptes Becken... und vom Becken gleich noch reichlich. Bei Normschnitten steht mir hinten nicht nur das Kreuz aus, sondern gleich der halbe Hintern. Die Lösung für mich ist eine ziemlich große Passe in der im Grunde ein fetter Abnäher versteckt ist. Der Bund ist extrem gerundet und vorne viel schmäler als hinten.



Die Passform ist schon recht gut, aber so richtig glücklich macht mich das Grau-Gelb-Farbspiel.


Zufrieden mache ich mich ans Zuschneiden der nächsten Hose - das krieg ich schon noch hin!


Oktober 12tel

Blick über die FElder mit Nebel

          Wer hockt hinterm Berge, verhutzelt und grau?
          Die alte Hexe, die Nebelfrau.
          Sie schöpft aus der Pfütze, kocht graudicke Grütze.
          Mischt Wasser mit Luft, mengt Sonne mit Tau.
          Das gibt eine Suppe! Das gibt ein Gebrau!

          Ein Löffel Warm, zwei Handvoll Kalt - 
          schon brodelts am Berge. Schon dampft es im Wald.
          Eine Prise Wind, halb kalt halb lau.
          Hihihi - so schmeckt es der Nebelfrau.

          Die Grütze blubbert.
          Steigt über den Rand.
          Hu, was für ein Nebel!
          Verschwunden das Land.

          Hanna Hanisch

blick über die Felder - Jänner bis Oktober

Magisches Motto - geheimnisvoll

Schlüsselloch mit Gedicht

ansprechende Bildsprache

Grazer Hauptplatz, Rathaus durch das Straßenbahnwartehäuschen fotografiert, Spiegelung der Straßenbahn

Heute ein Foto für euch, das ich wunderschön finde.
Total komplex - zu komplex... Ich dachte man versteht es nicht.

Aber muss man Bilder immer verstehen? Mein Neunjähriger hat mir über die Schultern geblickt und das Foto entdeckt: Mama! Was! Ist! Das! Das ist so cool!

Es ist der Grazer Hauptplatz. Fotografiert habe ich das Rathaus, durch das Wartehäuschen indem sich die Straßenbahn und das Gebäude dahinter spiegeln. Und ganz egal ob ihr das jetzt "versteht". Das Bild kann euch ansprechen oder nicht. Schönheit braucht nicht immer eine Begündung.
Danke, mein kleiner Lehrmeister! 

zu Wort kommen

man muss die leute nur zu wort kommen lassen und machen lassen

Ich mag meine Job gerne.
Aber manchmal ist es echt gut, wenn das Wochenende kommt.

Jetzt ist mein Frust hübsch verpackt und ich fühl mich wieder wohler! Es macht Freude Gedanken zu verbildlichen, auch ärgerliche. Drum schick ich das jetzt gut gelaunt zum Freutag.

12tel Blick mit Wilhelm Busch und der Mamsell

Acker im Jahreslauf mit Wilhelm Busch Gedicht: Frühling, Sommer und dahinter...

So schnell vergeht das Leben grad!
Erst war die Mahd,
jetzt wächst schon munter
das Grünzeug den Hang wieder runter.

Herr Busch, ich weiß man glaubt es kaum,
obwohl diese Bilder sind ein Traum - 
hab ich den August verschlafen.
Schimpfen sie nicht mit dem Fotografen,
der war zur Stell,
doch das mit dem Posten ging nicht so schnell.

Ich gelobe Besserung
und starte ins letzte Quartal mit Schwung.
Mit freundlichsten Grüßen an Sie und jede Leserin -
untertänigst die Dichterfotografin 





Magisches Motto - Farbklecks


Entstanden sind alle Fotos an einem Septemberwochenende am Prinzenhof. Das Füchslein hat 9. Geburtstag gefeiert. Wir wollten dem Kinde nicht das hundertste unnötige Spielzeug kaufen, so haben wir ihm Zeit geschenkt. Zeit einer großen Passion nachzugehen: Milchkühen.

Zeit im Kuhstall. Zeit beim Melken. Zeit am Traktor. Für uns hatte er gar keine Zeit, und das ist gut so. Neunjährige müssen nicht mehr jede Sekunde mit den Eltern verbringen. Alleingelassene Eltern müssen lernen sich selbst zu beschäftigen. Mit Lesen. Mit Stricken. Mit Fotografieren.











Orange

Viajante, oranges, gestricktes Tuch

An dem Tuch stricke ich schon sehr (sehrsehrsehr) lange, welch glückliche Fügung, dass es  nun passend zum Septembermotto Orange bei 12 colours of handmade fashion fertig ist.

Viajante, oranges, gestricktes Tuch

Viajante - Reisender heißt das Tuch von Martina Behm. Das Tuch ist unglaublich einfach zu stricken! Es ist ein Schlauch der immer dicker wird und daher aus lauter rechten Maschen rundgestrickt besteht. Ein perfektes Abend-Fernseh-Begleitungs-Projekt. Die Wolle ist ein Seiden-Wollgemisch und unglaublich dünn. Für ein gleichmäßig glattes Strickbild müsste man sehr konzentriert die linken Maschen stricken. Da ich das nicht gerne mache ist Viajante ein perfektes Tuch fürs entspannte Stricken.

Viajante, oranges, gestricktes Tuch

Diese wundervolle Lace-Wolle in Orange- und Brauntönen habe ich noch von meiner Mama geschenkt bekommen und einiges daraus gestrickt - zum Beispiel hier und da. Die diversen Resteln sind nun in diesem Tuch vereint. Ich habe sehr viele Ringel und Farbwechsel im Tuch... aber man sieht sie nicht wirklich. Das war ja auch der Plan eines harmonischen Ganzen.

Viajante, oranges, gestricktes Tuch

Ich habe das Tuch in den letzen Wochen schon fleißig getragen, es wird definitiv mein Winterliebling! Es ist sehr zart und anschmiegsam, hat durch die doppelte Lage aber trotzdem Körper... es ist perfekt!

Viajante, oranges, gestricktes Tuch
Meine Änderungen... ohne bin ichs nicht ;-) Der allererste Teil vor dem langen Rundstrickteil ist ein Dreieck. In der Anleitung ist es kraus gestrickt - mir hat das in glatt und verkehrt besser gefallen. Die Ränder bestehen aus einigen Reihen Perlmuster. Beim Zunehmen habe ich die alternative Variante genutzt.

Auch wenn ich eher die "normale Tuchrumwurschtlerin" bin, die Varianten wie man das Tuch tragen kann sind vielfältig!

Viajante, oranges, gestricktes Tuch

Viajante, oranges, gestricktes Tuch

Viajante, oranges, gestricktes Tuch

Viajante, oranges, gestricktes Tuch


ein bisserl viel vielleicht

Never Walk ALone Tasche mit Hexies

Anfang des Sommers hab ich Hexies auf so vielen Seiten gesehen, das wollte ich auch mal probieren. Ich dachte an ein paar Stück, die ich dann auf eine Tasche nähen kann. Nun, mit der Zeit sind es einfach mehr als ein paar geworden...

Schachtel voller Hexies

Hexagons nähen ist einfach eine wunderbare Abendarbeit. Man kann plaudern und die Finger sind ein wenig beschäftigt. Und da an Sommerabenden viel Zeit zum Plaudern ist, sind es ein paar mehr geworden...

Stoff-Hexies - Hexagon überzogen mit Stoff

Ich habe von jedem Stofffleckerl in meinem Keller ein, maximal zwei Hexagons gemacht. Wer diese Schachtel schon irre findet würde in meinem Keller-Stoff-Lager wohl in Ohnmacht fallen... Noch weiß ich nicht was aus der Pracht in der Schachtel werden soll, zumal ich noch lange nicht fertig bin!!! Momentan bin ich mit dem Steicheln und farblich Sortieren total zufrieden.

Never Walk ALone Tasche von Nemada
Die Tasche habe ich erstmals genäht, es ist das Freebook Never Walk Alone von Nemada. Der schwarze Außenstoff ist ein stabiler Ikea-Vorhangstoff verstärkt mit Volumenvlies. Daher sind die Steppungen recht plastisch.

Never Walk ALone Tasche von Nemada

Das Innenleben habe ich um eine Zipptasche und einen Schlüsselanhänger erweitert - keine Tasche mehr ohne diese beiden Gimmicks! Die Träger sind ebenfalls mit Volumenvlies hinterlegt und fix angenäht. Als Verschluss dient in der Mitte die Masche, ich hatte Sorge ob das "zu genug" ist. Die Lösung ist aber perfekt. Die Öffnung ist klein genug damit nichts rauskullert, aber groß genug um mit der Hand flott den Schlüssel vom Karabiner zu lösen.

Never Walk ALone Tasche von Nemada

Ich habe mir mit Buntstift ein Gitterraster vorgezeichnet und die Hexies in der Mitte mit einer Stecknadel fixiert. Vor jedem Hexie muss man kurz stoppen und das Füßchen heben, trotzdem war das Annähen unproblematischer als gedacht.